La bele m’ocit

Portrait Mon cuer mon ame draussen

Quant define / Quant repaire, Motette

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Mon cuer mon ame ist ein Ensemble, das von Marie Verstraete, Elisabeth Neyses und Angélique Greuter gegründet wurde, um die Gesänge von Henrik van Veldeke wiederzubeleben, von dem heute nur mehr die Texte erhalten sind. Während eines Meisterkurses, der 2011/12 im belgischen Alden Biesen stattfand, wurden die drei Musikerinnen von Benjamin Bagby und Marc Lewon in die Kunst der musikalischen Rekonstruktion und der Kontrafaktur eingeführt.Diese beiden Verfahren sind unerlässlich, wenn wir uns ein Bild vom Klang der Gesänge aus dem 12. Jahrhundert machen wollen, von denen wir heute jede Spur verloren haben. Sie bilden daher eine wesentliche Grundlage des künstlerischen Ansatzes für dieses Programm.

Das poetische Werk von Henrik van Veldeke überrascht durch seine knappen Formen und seinen etwas schrägen Geist. Viele seiner Lieder bestehen aus nur einer einzigen Strophe und enden mit einer humorvollen Pointe.
Wo Troubadoure und Trouvères die Fin’amor besingen, die höfische Liebe zu einer unerreichbaren, weil zu hohen Dame, propagiert Veldeke das Recht auf eine Liebesbeziehung in all ihrer erotischen Dimension (Manigem herzen, Alse die vogel vrölȋchen). Er lässt auch die Frau zu Wort kommen, indem er ihre Entscheidung verteidigt, ob sie die Avancen ihres Liebhabers annimmt oder nicht, und macht sich über diejenigen lustig, die hartnäckig „Birnen auf den Buchen suchen“ (In den zîten daz die rosen).
Nach Veldekes optimistischer Ansicht ist es besser, von der Liebe besiegt zu werden, trotz der Verletzungen, die sie verursachen kann, als sie nicht zu kennen, denn nur so findet man Glück und wahre Freiheit.

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Programminhalt

  • In vernali tempore, Mailied, Morten Børop zugeschrieben, 15.Jh.
  • Par une matinee / O clemencie / D’un joli dart d’Amours, Motette, 13. Jh.
  • Hintber, Estampie von Marie Verstraete, Fidel solo
  • Es haben die kalten nehte getȃn, Minnelied von Heinrich von Veldeke, Rekonstruktion
  • Manigem herzen, Minnetext von Heinrich von Veldeke, 12. Jh.
  • In den zîten daz die rosen, Minnelied von Heinrich von Veldeke, Rekonstruktion
  • Tota pulchra es, Marienantiphon, 13. Jh.
  • Trotto, Estampie, 14. Jh., Flöte solo
  • El mois d’avril / O quam sancta / Et gaudebit, Motette, 13. Jh.
  • Parlamento, Estampie, 14. Jh., Flöte solo
  • Quant la seson renouvele, Trouvèrelied von Richard de Semilli, 12. Jh.
  • Alse die vogel vrölȋchen, Minnelied von Heinrich von Veldeke, Melodie von Quant la seson
  • Quant define / Quant repaire / Flos filius, Motette, 13. Jh.
  • Amours et ma dame aussi, Rondeau von Adam de la Halle, 13. Jh.
  • Adan, li quels doit miex trover, Jeu parti von Adam de la Halle, 13. Jh., gesprochen
  • Fi, maris de vostre amour, Rondeau von Adam de la Halle, 13. Jh.
  • La bele m’ocit / In seculum, Motette, 13. Jh.
  • Quant yver / In seculum, Motette, 13. Jh.
  • La seconde estampie royal, Estampie, 13. Jh., Fidel solo
  • Nu rue mit sorgen, Kanon von Oswald von Wolkenstein, 15. Jh.
  • Der Blȋdeschaft, Minnelied von Heinrich von Veldeke, Rekonstruktion

Mon cuer mon ame, Biografien

Nach einer klassischen Tanzausbildung in Berlin und Jacques Lecoqs Theaterschule in Paris bildet sich Angélique Greuter bei Pavel Lissitsian in Moskau zur Opernsängerin aus. In Paris studiert sie weiter bei Camille Maurane und erhält an der Ecole Normale de Musique ihr Gesangsdiplom. Ihre Neigung fürs französische Repertoire führt sie zur Titelrolle in Pelléas et Mélisande von Debussy und zu Poulencs La voix humaine, einem gesungenen Monolog, in dem sie sich an der Kairoer Oper selbst inszeniert. An der Sorbonne spezialisiert sie sich u.a. unter der Leitung von Katarina Livljanic und Benjamin Bagby und erwirbt dort einen Master der Interpretation in Mittelaltermusik. In diesem Repertoire tritt sie mit den Ensembles Cum Jubilo und Mon cuer mon ame in namhaften Festivals auf (Voix et route romane im Elsass, Nuits romanes in Poitou-Charentes, Dag van de Oude Muziek in Alden Biesen (BE), Printemps de Bourgesu.v.m.). Mit dem Vokaltrio Les Elancées erforscht sie Neuland, kombiniert alte Musik mit freier Improvisation und arbeitet mit Komponisten, Tänzern und bildenden Künstlern.

Elisabeth Neyses absolviert ihr Gesangsstudium bei Elsa Cavelti an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Anschliessend führt ihr Weg nach London, wo sie ihre Studien bei Laura Sarti fortsetzt. Meisterkurse für Liedgesang bei Hartmut Höll und Mitsuko Shirai runden ihre Ausbildung ab. Als Opern- und Oratoriensängerin vor allem im Bereich der barocken Musik übt sie eine rege Konzerttätigkeit aus, unter anderem mit Orchestern wie der Capella Savaria und  dem Drottningholm Baroque Ensemble. Rundfunkaufnahmen und Konzertreisen führen sie quer durch Europa. Ihre besondere Liebe gilt der künstlerischen Arbeit in kammermusikalischen Besetzungen. Mit Ensembles wie Donna e mobile, The EnCHANTing Consort und Ensemble de Luxe gibt sie Konzerte und Liederabende aus den musikalischen Epochen der Renaissance, des Barock und der Romantik. Seit einigen Jahren vertieft sie ihre Studien im Bereich der Musik des Mittelalters mit Meisterkursen von Marc Lewon, Benjamin Bagby und Katarina Livljanic.

Die gebürtige Belgierin Marie Verstraete spezialisiert sich sowohl als Musikerin als auch als Musikwissenschaftlerin auf Aufführungspraxis der alten Musik. 2009 absolviert sie ihr Masterstudium in Blockflöte bei Bart Spanhove, Bart Coen und Koen Dieltiens am Lemmensinstituut in Löwen, Belgien. In Trossingen absolviert sie 2010 einen Master of Music in der Musik des Mittelalters und der Renaissance. 2012 schliesst sie einen Master of Arts in Musikwissenschaft mit Auszeichnung ab. Für ihr Promotionsprojekt an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz bekommt sie 2013 ein Stipendium des Deutschen Historischen Instituts Rom. 2014-2017 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Schola Cantorum Basiliensis tätig. Aktuell arbeitet sie als begeisterte Musikpädagogin für jung und alt, in der Schweiz wie bei internationalen Musikfestivals. Sie konzertiert regelmässig in ganz Europa mit Ensembles wie Aquil’AlterA (BE), Il Nostromo del Sogno (BE), Isabella (FR/DE), Les Riches Heures (CH), Mon cuer mon ame (CH/DE), Officium (DE), La Reverdie (IT) und La fonte musica (IT).

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Entrées en résonance

Zwei Sängerinnen neben Skulptur (Kinderkopf) in Galerie

Das Ensemble Les Elancées lässt spontane Vokal-Kompositionen entstehen im künstlerischen Austausch, zum Beispiel in Ausstellungen, Galerien oder Ateliers. Die vier Sängerinnen, Zuschauerinnen unter den Zuschauern und Zuschauerinnen, schlendern durch einen Ausstellungsort. Während sie die Atmosphäre, die von den Kunstwerken ausgeht, in sich aufnehmen oder vor einem bestimmten Werk stehen bleiben, lassen sie ihre Empfindungen stimmlich zum Ausdruck kommen. Auch ihr Körper tritt in einen Dialog mit den Werken. Auf diese Weise beleben sie den gesamten Raum und lassen die Besucher:innen frei zirkulieren und ihren Standpunkt und ihre Art des Zuhörens wählen.

Improvisation Exposition Jean José Baranes

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„Mit ihrem Gesang beleuchten Les Elancées für einige Minuten ein ausgestelltes Gemälde oder eine Skulptur und rücken sie so ins Zentrum des Geschehens. Der Blick des Zuschauers richtet sich auf das gewählte Werk, fokussiert sich ganz darauf. Anders als durch helles Rampenlicht wird es sozusagen mit Girlanden von Noten angeleuchtet, als sei es das zarte Glühen einer Klangkerze, das seine Details und sein Relief offenbart. Wie Ronsards „Hohe Frau“, deren Stimme die Kraft hatte, „die Berge zu ebnen und die Ebenen zu bebergen“, führen uns die Klänge von Les Elancées in eine höhere Sphäre, in der sich Sehen und Hören zusammenfügen zu einem tieferen Verständnis von der Natur der Dinge. Ihr Gesang vereint anstatt zu trennen, was in einer zentrifugalen Epoche wie der unseren nahezu ein Wunder ist.”
Vincent P., Zuschauer

„Klangliche Überraschungen, sensible Bewegtheit, alle vorstellbaren Möglichkeiten offenbarten sich in diesem Einklang aus plastischen und stimmlichen Gesten.”
Suzanne Larrieu, Bildhauerin

„Drei Frauen um eine Skulptur, es herrscht Stille, versammelt, konzentriert, geladen mit tausend Möglichkeiten.
Eine Stimme erhebt sich, Lied, Atem oder Schrei. Dann eine andere, jede im spontanen Alleingang, bis sie sich verweben zu einem Gesang, dessen Kraft ein eigenartiges Echo bildet mit der des stummen Werks.“
Xavier L., Zuschauer

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„Aus der Stille tretend, um Raumzeit mit Gesang zu messen, verknüpfen Les Elancées ihre Stimmen, erkunden, was hier und jetzt ist, sie graben und befragen die lebendigen Farben und offerieren dem Zuschauer ein Geflecht aus klingendem Licht, immer unverfälscht, einzigartig, aus einer Welt in steter Umwandlung, die, durch sie berührt, erwacht und einen neuen, lebendigen Wandteppich enthüllt.“
Gilles de Obaldia, Maler und Dichter

Künstler und Veranstalter, von denen Les Elancées eingeladen wurden zu improvisieren:
Georges Brunon, Atelier des Künstlers, Paris, Januar 2018
Gilles de Obaldia, Jean-José Baranes, Espace Anis Gras, Arcueil, Mai 2018
Suzanne Larrieux und Christiane Dujon, Galerie Génie de la Bastille, Paris, November 2018
Pile ou [frasq] #3, Performance-Abend, Le Générateur, Gentilly, März 2019
La Nuit des Eglises, Kirche von Thury, Burgund, Juni 2019

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Désobéissances

Konzertfoto Margarethenkirche Cantiga gemimt mit goldenem Schlüssel

Wem, aber vor allem wozu sind wir verpflichtet? Wie können wir nach unserer persönlichen Vorstellung leben, ohne gegen Regeln oder gar Gesetze zu verstossen?

In ihrem neuen Programm werfen Les Elancées diese Fragen auf und wagen einige Antworten. Die grossen Formen der mittelalterlichen Musik – Gregorianik, Motetten, Conducti, Cantigas, Lieder von Trouvères und Troubadours – wechseln sich ab mit spontanen Vokalkompositionen.

Elancées

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Die Texte der Lieder handeln vom Sündenfall Adams, von der Rückkehr des verlorenen Sohnes, von einer Nonne, die aus ihrem Kloster flieht, um mit einem prächtigen Ritter ihr Leben zu leben. Was wird die Jungfrau Maria ihr bei ihrer Rückkehr Jahre später wohl sagen? Eine Alba, ein Morgenlied in okzitanischer Sprache, lässt eine verheiratete Frau und einen Wächter Zwiesprache halten; er verspricht, sie vor Anbruch des Tages zu warnen, damit sie rechtzeitig die Arme ihres liebsten Geliebten verlässt. Wer trägt die Schuld, wenn wahre Liebe sich verbergen muss? Und wie sieht es mit den zahlreichen Singreigen des kirchlichen Repertoires des 13. Jahrhunderts aus? Wie wurden sie in der Kirche getanzt?

Kurze Erzählungen und Erklärungen, je nach Aufführungsort auf Deutsch oder Französisch, helfen dem Publikum, den Inhalt der Lieder und den musikalischen Kontext besser zu verstehen. Das Programm enthält einige Mitmachmomente und richtet sich somit an die ganze Familie.

„Die makellose Stimmführung der Einzelstimmen war ausgebaut mit Wärme und Tiefe im Timbre, die Phrasierung natürlich, die Diktion klar. Jede Sängerin hatte ihren eigenen Stimmcharakter, und dennoch leuchtete im Unisono eine tiefgründige Homogenität. Mit drei eingestreuten freien Improvisationen gelang es Les Elancées, die Jahrhunderte im Nu zu überbrücken und den Zuhörer in eine mittelalterlich inspirierte, modern und unverbraucht wirkende Gegenwartsmusik zu holen.“
Binninger Anzeiger, 15.09.2022

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Les Elancées

Anne-Charlotte Beligné, Angélique Greuter, Esther Labourdette, Sarah Richards

Kennengelernt haben sich die Sängerinnen des Ensembles Les Elancées an der Sorbonne und an der Musikhochschule von Paris, wo sie Kurse in Mittelaltermusik belegten. Seitdem touren die vier Freundinnen in verschiedenen Gegenden Frankreichs und der Schweiz mit ihrem ungewöhnlichen Mix aus alter Musik und freier Improvisation.

Vier facettenreiche Stimmen, vier sich ergänzende Persönlichkeiten, vier beherzte, grosszügige Musikerinnen. Kontrastierend mit dem mittelalterlichen Gesang, den sie mit Leidenschaft verfechten, integrieren die Sängerinnen des französischen Vokalquartetts freie Improvisationen in ihr Repertoire aus dem 12.-13. Jahrhundert. Aus ihren gebündelten Inspirationen entstehen einzigartige und flüchtige Werke des Augenblicks, die durch ihre Sinnlichkeit das Publikums in ihren Bann ziehen.

Programminhalt

  • Fidelium sonet vox sobria, Rondellus, Codex Pluteus 29,1, Florenz
  • Improvisation
  • Belial vocatur, vierstimmige Konduktus-Motette, Codex Las Huelgas
  • Quant Diex ot forme l’omme, Trouvère-Lied, Ms. V
  • Austro terris, zweistimmiger Konduktus von Philippe le Chancelier, Codex Pluteus 29,1, Florenz
  • Minor natu filius, einstimmiger Konduktus von Philippe le Chancelier, Codex Pluteus 29,1, Florenz
  • Improvisation
  • S’anc fui bela, Alba von Cadenet, Ms. La Vallière
  • De vergonna nos guardar, Cantiga 31, Ms. von Toledo
  • Ad mortem festinamus, Virelai, Llibre Vermell von Montserrat
  • Improvisation

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Textures

Ensemble RESONEZ und Katom live im bird’s eye jazz club

Zum Abschluss des TEXTUR Festivals – Alte Musik in neuen Kombinationen 2022 begegneten sich das Jazzquintett Katom und das in Mittelaltermusik spezialisierte Ensemble RESONEZ zum ersten Mal. Sie gestalteten im bird’s eye, Basels renommiertem Jazzclub, ein gemeinsames Konzertprogramm, das gleichzeitig in dessen Reihe Spiegelungen IV / Interactions integriert war.

Offenheit und Neugierde ist es, was die beiden Ensembles jenseits des Stils verbindet. Und die Leidenschaft für ihre Klangwelten, die sie mal einzeln, mal kombiniert aufeinander wirken lassen. Dabei dem Element der Verbindung nachzuspüren, der Urfaser sozusagen der Musik, ist das Ziel dieses experimentellen Programms.

Live at bird’s eye 11.11.22

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„Den Höhepunkt des Konzerts, wie auch des gesamten TEXTUR Festivals, bildet die wunderbare Darbietung und Bearbeitung des dreistimmigen Virelais Mariam matrem virginem. Eine hochemotionale und sehr intime Interpretation beider Gruppen, die vielleicht am besten die Absicht dieses Konzerts verkörpert, modernen Jazz mit dem alten Repertoire des Mittelalters zu verschmelzen. Eine synergetische Beifallskaskade ergiesst sich über die triumphale und brillante Performance der acht Musiker:innen, denen es gelungen ist, etwas auf die Bühne des bird’s eye jazz club zu bringen, das zwar schwer zu erreichen schien, sich jedoch als etwas ungeheuer Magisches erwies.“
Talete Pelloni, Review des Konzerts

Ensemble RESONEZ

Angélique Greuter, Gesang
Ann Allen, Douçaine, Blockflöten und Gesang
Marie Verstraete, Fidel

Die Blockflötistin und Fidelspielerin Marie Verstraete und die Sängerin Angélique Greuter lernten sich 2011 bei einem Mittelalterkurs von Benjamin Bagby und Marc Lewon in Belgien kennen und entwickeln seitdem gemeinsam Konzertprogramme. Ann Allen studierte an der Schola Cantorum in Basel Barockoboe und Schalmei, bevor sie sich ebenfalls dem Gesang zuwandte. Mit ihr wurde das Ensemble 2021 zum Trio. Sich abstützend auf historische Recherchen – sie transkribieren die Originalhandschriften gewöhnlich selbst – beziehen die Musikerinnen auch ihre eigenen künstlerischen Persönlichkeiten und Erfahrungen mit ein, um dem heutigen Ohr die Musik aus früheren Jahrhunderten zugänglich zu machen. Das Ergebnis ist eine lebendige mittelalterliche Musik, die für heutige Zuhörer:innen überraschend schön, spannend und mitreissend wirkt. Ihre ausdrucksstarke Interpretation wird getragen durch hohe Musikalität und technische Meisterschaft. Als leidenschaftliche Sprecherinnen lieben es die Künstlerinnen, das Publikum mit ihrer szenischen Präsenz auf eine Reise mitzunehmen, bei der Musik und Text im harmonischen Wechsel stehen.
Nebst Auftritten in romanischen und gotischen Kirchen (Kartäuserkirche Basel, Wehrkirche St Arbogast in Muttenz, Collégiale von St Ursanne, Romanische Kirche von Kleinhöchstetten) spielte das Ensemble ebenfalls in der renommierten Sammlung mittelalterlicher Textilien der Abegg-Stiftung im Kanton Bern.

Katom

Nadav Erlich, Bass
Francesca Gaza, Voice
James McClure, Trumpet
Martín Theurillat, Guitar
Jordi Pallarés, Drums

Das Quintett Katom kommt aus allen Ecken der Welt, aus Spanien, Chile, Italien, Israel und Südafrika, und hat sich 2019 in Basel, Schweiz, getroffen. Wir haben mit der Zusammenarbeit an unseren Eigenkompositionen begonnen und loteten auf der Suche nach unserer eigenen musikalischen Ästhetik Grenzen aus. Jedes Mitglied des Quintetts ist Komponist:in und Bandleader, und da wir uns durch Gespräche und Musikgeschmack zueinander hingezogen fühlten, beschlossen wir, jeweils einige Originalkompositionen füreinander zu schreiben und mit Liebe zum Detail einzustudieren.
Stimme und Trompete werden als instrumentale Texturen und prominente zentrale Elemente verwendet, die zwischen folkigen Melodien und forcierten Dissonanzen schweben – Schlagzeug und Bass verankern die elegant dargebotenen ätherischen Gitarrenlinien, die verschiedene Schichten miteinander verflechten und die feine Linie zwischen Improvisation und Komposition verschwimmen lassen. Die typischen Rollen der einzelnen Instrumente werden zeitweise aufgegeben und lassen Raum für eine persönlichere und überraschende musikalische Richtung, die sich ständig weiterentwickelt.
Derzeit arbeitet das Quintett an seinem Debüt-Album, welches 2023 veröffentlicht wird.

 

„Die fünf Bandmitglieder, die aus allen Ecken der Welt kommen, erzeugen mit ihrer intensiven, kreativen Musik eine knisternde Spannung. Eine manchmal grandiose Verschmelzung von Stimme und Trompete, eine stupende Kombination von Jazz mit sorgfältig komponierten Passagen und viel glamouröser Improvisation kennzeichnen dieses besondere, schöne und sphärische musikalische Universum. Der Sound ist in einer fließenden Entwicklung zu hören und verbreitet Aufbruchstimmung, während die Instrumente mit Verve aus ihren üblichen Rollen befreit werden. Ein faszinierendes Erlebnis!“
Steff Rohrbach, Review eines Konzerts im bird’s eye jazz club

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Programmabfolge

  • O Virgo splendens dreistimmiger Kanon, Spanien, 14. Jh., Llibre vermell de Montserrat
  • Sol sub nube latuit zweistimmiger Konduktus auf einen Text von Gauthier de Châtillon, Frankreich, 13. Jh., Ms. St. Gallen 383
  • Ad celi sublimia Estampie von Ann Allen nach einer Motette des Codex Las Huelgas
  • Quena virgen ben servirá a Parayso irá Cantiga de Santa Maria, Spanien, 13. Jh.
  • Rossignolo Francesca Gaza
  • Mode 3 Nadav Erlich
  • Piano Piece Martín Theurillat
  • Mode 2 Nadav Erlich
  • – Pause –
  • Web Nadav Erlich
  • It’s all about you Martín Theurillat
  • J’ay un cuer moult lent Marienlied von Thibaut d’Amiens, Frankreich, 13. Jh.
  • Sans cuer m’en vois Ballade/dreistimmiger Kanon von Guillaume de Machaut, Frankreich, 14. Jh.
  • Comment qu’a moy lonteinne einstimmiges Virelai von Guillaume de Machaut
  • QM Nadav Erlich
  • I Want I Want Nadav Erlich
    kombiniert mit Vox in Rama Kommunionsgesang zum Fest der Heiligen Unschuldigen, Graduale von Fontevraud, Frankreich, 13. Jh.
  • Mariam Matrem Virginem dreistimmiges Virelai, Spanien, 14. Jh., Llibre vermell de Montserrat

 

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Come, O Come

Ensemble RESONEZ Come O Come header

Angélique Greuter, Gesang, Marie Verstraete, Fidel und Blockflöten

Come, O Come – Warten und Erwarten ist das Adventsprogramm des Ensemble RESONEZ und gibt einen Auszug aus dem reichen musikalischen Repertoire des späten 12. bis beginnenden 15. Jahrhunderts wieder.

In dem gut einstündigen Konzert verbindet sich die Instrumentalmusik des 14. Jahrhunderts, welche grosse Virtuosität verlangt, kontrastreich mit den wundervoll geschwungenen Stimmbögen der Lieder von Hildegard von Bingen und Guillaume de Machaut. Zu diesen Stücken, die sich durch äusserste Raffinesse und Tiefgang auszeichnen, gesellen sich eine Reihe sanft rhythmischer Carols, Weihnachtslieder der englischen Tradition mit ihrem süssen Charme.

Doppelflöte Solo, Codex Las Huelgas

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Come, O Come ist eine Einladung an ein breites Publikum und richtet sich ebenso an Liebhaber der Alten Musik wie an Menschen, die gerne in eine neue Klangwelt eintauchen möchten. Durch kurze erzählerische und erklärende Momente, in denen die Musikerinnen dem Publikum die verwendeten Instrumente, den Inhalt der Lieder und den musikalischen Kontext nahebringen, wird auch Familien das Programm erfahrbar gemacht.
Das verbindende Element in der Auswahl der Texte und Musikstücke ist das Thema Warten.
Warten ist eine wahnsinnige Herausforderung, egal ob in der Liebe, im Advent oder in der Coronazeit. Wie wartest du? Wartest du gern? Dieses Programm lässt alte Lieder mit aktuellen Gefühlen zum Ausdruck kommen und schlägt gleichzeitig die Brücke zwischen weltlicher und geistlicher Musik, zwischen Mittelalterklang und unserer Lebenswelt.
Damit diese Musik sich in ihrem vollen Reichtum entfalten kann und in ihrer ganzen Dimension wahrgenommen wird, braucht sie idealerweise einen besonderen Rahmen, durch dessen Akustik der geistliche Charakter der Stücke zum Tragen kommt. Mittelalterliche Kirchen sind dafür besonders geeignet, darin wird das Konzert zu einem Gesamterlebnis, bei dem Auge und Ohr, Geist und Seele gleichermassen angesprochen sind.

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Gegründet wurde das Ensemble RESONEZ von der Fidel- und Blockflötenspielerin Marie Verstraete und der Sängerin Angélique Greuter. Beide Musikerinnen leben in Basel und haben eine langjährige Konzerttätigkeit im In- und Ausland vorzuweisen. Im Vordergrund ihrer künstlerischen Arbeit steht die Verbindung von historischer Forschung – die Musik wird nach den Originalmanuskripten auf Kopien mittelalterlicher Instrumente gespielt – und der Interpretation auf höchstem musikalischem Niveau, um den Erwartungen des heutigen Publikums gerecht zu werden.

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